✋ – GAGGENAU FÜR DEMOKRATIE – Führung auf Jüdischen Friedhof Kuppenheim

✋ - GAGGENAU FÜR DEMOKRATIE – Führung auf Jüdischen Friedhof Kuppenheim

Wann

22. März 2026    
14:00 – 16:00

Veranstaltungstyp

Das Bündnis Demokratie für Gaggenau lädt zu einer Führung auf dem Jüdischen Friedhof Kuppenheim ein, am Sonntag, 22. März 2026, 14 Uhr.

In Kuppenheim befindet sich der erstmals 1694 urkundlich erwähnte jüdische Bezirksfriedhof für Mittelbaden. Der Friedhof wurde während des Reichspogroms 1938 insbesondere von SA-Schergen aus Gaggenau verwüstet, etwa 100 Grabplatten zertrümmert. Erkennbar sind aktuell rund 1.000 Gräber für Erwachsene und 45 Gräber für Kinder. Der jüdische Friedhof ist ein hervorragendes kulturelles und religiöses Zeugnis für sie über Jahrhunderte in Mittelbaden lebenden Juden.

Juden aus Hörden wurden auf dem Verbandsfriedhof Kuppenheim beigesetzt. 75 Grabsteine von erwachsenen Juden aus Hörden und drei Kindergräber sind erhalten. Die beiden ältesten Hördener Gräber stammen aus den Jahren 1736. Den jüdischen Frauen Dina bat (Tochter) des Eljakum und Klärl bat Morchedai sind die Grabsteine 145 und 146 zugeordnet.

Klara Ladenburger aus dem Kraichgau heiratete den Adlerwirt Julius Stern aus Hörden, in zweiter Ehe Julius Stern. Beide Ehemänner betrieben das Gasthaus Adler in Hörden. Am 22.06.1936 starb Klara und wurde auf dem jüdischen Friedhof beerdigt (Grab Nr. 1065). Therese Stern starb am 10.11.1933 in Hörden (Grab Nr. 441), Toni Pauline Stern starb im Dezember 1933 nach knapp fünf Monaten (Kindergrab Nr. 39).

Ein Grabstein mit der Nummer 1054 steht für den jahrzehntelang in Kuppenheim lebenden Juden Nathan Kahn, geboren am 17. Mai 1878. Nathan Kahn zog nach dem Verkauf des Elternhauses in der Friedrichstraße 59 in Kuppenheim kurz vor 1933 mit seinem Viehhandel nach Rotenfels, später nach Gaggenau. Es war wohl die bereits seit Jahren bestehende Erniedrigung der jüdischen Minderheit und die Vorahnung auf schlimme Zeiten, um sich am 24. Mai 1933 das Leben zu nehmen. Die Ehefrau Hedwig, geborene Vollmer, und die Tochter Charlotte konnten nach dem Tod von Nathan Kahn nach Palästina auswandern.

Heinz Wolf vom AK Stolpersteine Kuppenheim und Mitglied des Bündnisses Demokratie für Gaggenau führt die Teilnehmer etwa eineinhalb Stunden über den Friedhof und erläutert dabei die Begräbnissitten der Israeliten und zeigt auf die Besonderheiten der Grabsteine und Inschriften. Er geht auch auf die Bedeutung des zentralen Friedhofes ein, auf die Herkunftsorte und die Namen der Begrabenen.

Teilnehmer des Arbeitskreise Demokratie Gaggenau sowie Gäste aus Gaggenau sind zur Führung herzlich eingeladen. Männliche Besucher werden gebeten, eine Kippa oder eine andere Kopfbedeckung mitzubringen. Empfohlen: warme Kleidung und robustes Schuhwerk sowie Ersatzschuhe fürs Autofahren. Der Friedhof befindet sich oberhalb des Schützenhauses in der Stadtwaldstraße 120 (für den Navi).

Die Führung ist kostenlos und findet auch bei Regen statt. Spenden, um Kosten für die Legung weiterer Stolpersteine zu begleichen, sind willkommen.
Anmeldungen zur Führung bitte per E-Mail an:
heinz.wolf@web.de

Weitere Informationen unter:
www.juedisches-kuppenheim.de