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Auf den Spuren der Stolpersteine

24. Mai @ 17:00 19:00

Führung durch das jüdische Kuppenheim

Seit 1433 gibt es Juden in Kuppenheim. Nach dem Mittelalter waren Juden ein wichtiger
Bestandteil des Kuppenheimer Wochenmarktes. Kuppenheim war zu jener Zeit Amtsstadt. Mit
der Französischen Revolution stieg die Zahl der Kuppenheimer Juden auf mehr als 100, das
entsprach 7,4 % der Bevölkerung, auf heute hochgerechnet wären es etwa 650 Menschen.

Sie betätigten sich in der Mehrheit als Kauf- und Handelsleute, aber auch als Trödler und
Hausierer. Ihre wirtschaftlichen Bereiche waren der Pferde- und Viehhandel, Tabakwaren und
vereinzelt auch Geldverleih.

1933, im Jahr der Machtergreifung Hitlers, lebten noch 51 Juden in Kuppenheim Nachdem über
viele Generationen hinweg Juden und Christen friedlich und in gut nachbarschaftlichem
Verhältnis lebten, begannen die Nationalsozialisten von 1933 an jüdische Geschäfte zu
„entjuden“, den Juden die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen, sie zu vertreiben und sie
systematisch zu vernichten. Der jüdische Handel mit Vieh, Pferden und Tabakwaren wurde
verboten, auch das Betreiben von Geschäften.

Einen Höhepunkt der Unterdrückung bildete die „Reichspogromnacht“ am 10./11. November
1938 und endete schließlich mit dem Abtransport von 16 Kuppenheimer Juden am 22. Oktober
1940 nach „Gurs“ in den französischen Pyrenäen. Damit erlosch die „jüdische Gemeinde
Kuppenheim“.

Der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim hat sich zum Ziel gesetzt den Kuppenheimer Juden
und im Sinne der Familienzusammenführung auch den engen angehörigen einen Stolperstein
zu setzten, all denen, die durch die Nationalsozialisten gedemütigt, entrechtet, verfolgt und
vertrieben wurden, die gedemütigt verstarben oder ermordet wurden.

116 Stolpersteine wurden bei elf Aktionen in den Gehweg eingelassen. Bei einer Begehung
durch die Straßen, wo einst Juden lebten, wird der Arbeitskreis auf einige Schicksale eingehen.

Heinz Wolf vom AK Stolpersteine berichtet von den in der Region bekannten
Eisenwarenhändlern Herz & Schlorch und vom Metzgermeister Salomon Lehmann, der
versuchte mit dem Schiff „Saint Louis“ nach Amerika zu fliehen, aber schließlich in Antwerpen
landete, um von dort ins KZ Auschwitz deportiert zu werden.

Eine Station in Friedrichstraße ist den jüdischen Soldaten gewidmet, die im Ersten Weltkrieg
tapfer für Kaiser und Vaterland gekämpft haben. In der Murgtalstraße wird für die nach Gurs
verschleppten und für die nach Auschwitz ermordeten Juden gedacht.

In der Rheinstraße endet die Führung mit entsprechenden Informationen zu Kuppenheimer
Juden, die durch Flucht ihr Leben retten konnten, aber ihre berufliche Existenz, ihre Freunde
und die Heimat zurücklassen mussten.

Termin: Freitag, 24. Mai 2024, 17:00 Uhr, Synagogenplatz (Ecke Hildastraße/Löwengasse). Die
Veranstaltung findet auch bei Regen statt.

Anmeldung erbeten: heinz.wolf@web.de oder
07225-75543

 

Details

Datum:
24. Mai
Zeit:
17:00 – 19:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim
E-Mail
heinz.wolf@web.de
Webseite
Veranstalter-Website anzeigen

Synagogenplatz Kuppenheim

Löwengasse 5
Kuppenheim, 76456